Weltladen „Regenbogen“

Informationen zum Weltladen „Regenbogen“ Norderney
Stand Februar 2021

Der Norderneyer Weltladen wurde 1985 in Zusammenarbeit mit der Evangelisch- Lutherischen Kirchengemeinde der Insel gegründet. In den Kirchengemeinden wuchs damals das Engagement, sich im sogenannten „Konziliaren Prozess“, für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Vordenker dieses Prozesses war Dietrich Bonhoeffer (evangelischer Theologe, von Hitler zum Tode verurteilt), der schon 1934 die Kirchen aufrief, ein Konzil des Friedens einzuberufen. 1983 auf der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Vancouver wurde diese Idee eines weltumspannenden Friedenskonzils aufgegriffen. Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung wurden als die zentralen Problemfelder erkannt, in denen sich die Zukunft unserer Erde entscheidet. In dieser politischen Aufbruchsstimmung rückte auch die Armut der Dritten Welt ins öffentliche Bewusstsein. Vor allem junge Menschen gingen auf die Straßen und forderten weltweite Gerechtigkeit. Aufgrund der damaligen Hungerkatastrophe in Äthiopien begleiteten 18 internationale Hilfsorganisationen eine große weltweite Aktion zur Sammlung von Spenden. Dieser „Tag für Afrika“ (13.07.1985) war der Gründungstag des Norderneyer Weltladens. Zusammen mit dem damaligen Pastor Gernot Wollé eröffnete eine kleine Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen den Weltladen im alten Pfarrhaus, Kirchstr.13. Zuvor hatte jede/r ca. 200.-DM zur Anschaffung von Regalen und ersten Waren zur Verfügung gestellt. Möglich wurde dies durch Zusammenarbeit mit der GEPA, dem bereits im Mai 1975 gegründeten Fair-Handelsunternehmen.

Mit der Eröffnung des Weltladens wurden Hoffnungen und Ziele verbunden:

–   Schaffung von Arbeitsplätzen in Ländern der „dritten Welt“

–   Bekämpfung von Fluchtursachen

–   Bewusstmachung ungerechter Handelsstrukturen bei uns

–    verlässliche Arbeitsverträge vor Ort

–    Faire Preise für die Erzeuger/innen in den Partnerländern

d.h. Deckung der Kosten des Lebensunterhaltes,
Schulbesuch der Kinder, ggfs.  Krankenversicherung…

–    keine Kinderarbeit

Es dauerte einige Zeit, bis der Weltladen akzeptiert wurde. Die meisten Kunden waren zunächst Gäste. Inzwischen hat der Weltladen auch Stammkunden von der Insel und wird von vielen Norderneyern angenommen und geschätzt. Seit Bestehen hat sich das Warenangebot stets erweitert und die Qualität ist sehr gut. Seit Jahren ist der Weltladen im Martin Luther Haus untergebracht. In der Anfangszeit ging es ausschließlich darum, durch den Erlös mehr Waren zu kaufen und dadurch Arbeitsplätze in den Partnerländern zu sichern. Inzwischen unterstützt der Weltladen vom Gewinn auch Projekte in der Einen Welt, zu denen Mitarbeitende persönliche Beziehungen haben und das Geschehen vor Ort zum Teil begleiten.

Zusammenfassend ist festzustellen: Die Arbeit des Norderneyer Weltladens ist ein Engagement für Gerechtigkeit im Sinne des Evangeliums.

Folgende Projekte wurden teilweise mehrmals mit Zuwendungen zwischen
100.– € bis 1000.– € durch den Erlös des Weltladens gefördert:

Norderney:
Unterstützung des Gemeindeprojektes zugunsten von benachteiligten Jugendlichen

Sudan:
– Unterstützung der Arbeit der Help-Yourself-Society von Elizabeth Arek (Bildungsarbeit für  Frauen – Alphabetisierung, Handarbeiten, Seifenproduktion, Nudel-Herstellung u.a.)

Südsudan:
– Unterstützung der Arbeit der Education and Peace Foundation (EPF)
in der Region Kadeba
– Unterstützung der Arbeit des Geburtshauses in Kadeba

Ägypten:
Unterstützung der Arbeit unter den Ärmsten der Armen im
Social Center von Boulak,
– Unterstützung der Arbeit der „Sisters of St. Mary“
in Beni Suef (Kampf gegen Mädchenbescheidung)                                                                         -Unterstützung „Sisters of St. Mary“ in Kairos Müllstadt Mokattam
(Bau einer Krankenstation),
– Unterstützung  der „Deaf Unit“,  (Schule für gehörlose Kinder)
Projekt der Anglikanischen Kirche in Kairo,
– Unterstützung der Arbeit mit behinderten Kindern in der „Germanea“,
(Deutsches Krankenhaus in Assuan, Oberägypten)
– Unterstützung der Arbeit unter Nubiern und Beja im Grenzgebiet zum Sudan

Äthiopien:
– Unterstützung der Arbeit im Waisenhaus für Kinder mit Schule in Sebeta
bei Addis Abeba (Sozialarbeit der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche durch die
„Sisters of St Mary“)
– Unterstützung der Arbeit für sehende, sehbehinderte und blinde Kinder
in einem sozialen Brennpunkt in Addis Abeba (Deutsche Kirchenschule,
Addis Abeba)
– Unterstützung der Arbeit der Äthiopisch Orthodoxen Kirchenschule
(Studium der liturgischen Sprache, Geez)

Israel/Palästina:
Unterstützung der Bildungsarbeit in der Mädchenschule /Internat
„Thalita Kumi“ in Beth Yala,
– Unterstützung der Arbeit im Caritas Babyhospital in Bethlehem,
– Unterstützung der Arbeit vom „Zelt der Völker“
(Friedensprojekt bei Bethlehem)
– Unterstützung der Arbeit im israelisch-arabischen Friedensdorf
Newe Shalom/ Wahat al Salam

Jordanien:
– Unterstützung der Bildungsarbeit der „Theodor Schneller Schule“
für Jungen und junge Erwachsene in Amman.

Libanon:
– Unterstützung der Bildungsarbeit der „Theodor Schneller Schule“
für Jungen und junge Erwachsene in der Beeka-Ebene.

Syrien:
– Unterstützung der Arbeit von Pater Paul Sleiman, Damaskus
(Finanzierung von Prothesen für Kinder- Kriegsopfer).

Uganda:

Über 30 Jahre ist uns Elizabeth Arek und ihre Help Yourself  Society
verlässliche Projekt-Partnerin. Zunächst arbeitete sie im Sudan, dann,
nach der Gründung des neuen Staates, im Südsudan.
Durch den Bürgerkrieg musste sie ihre Heimat verlassen und lebt und
arbeitet seitdem in dem Nachbarland Uganda.

-Unterstützung der Arbeit der Help Yourself Society von Elizabeth Arek
für Geflüchtete aus dem Südsudan. Anschaffung von Geräten für Gemüse-
anbau, Hilfe gegen den Hunger durch Lebensmittelspenden.
– Unterstützung der Bildungsarbeit der Help Yourself Society von
Elizabeth Arek durch Schulgelder für südsudanesische Flüchtlingskinder
in Flüchtlingscamps in Norduganda. Der jetzige Schwerpunkt der Unter-
stützung ist die schulische Förderung von Flüchtlingskindern aus dem
Südsudan im Flüchtlingscamp in Kiryandongo /Norduganda.
Die Mitarbeiterinnen von Elizabeth Arek, der in Uganda anerkannten Nichtregierungsorganisation „Help Yourself Society“ gewährleisten eine
zuverlässige Betreuung der Schülerinnen und eine korrekte Abrechnung
mit Berichterstattung über die Situation vor Ort.

Hier einige Fotos von dem aktuellen Flüchtlingsprojekt in Uganda

Wer die Projekte des Weltladens unterstützen möchte, kann auf dies Konto
beim Kirchenamt Aurich einzahlen: DE35 5206 0410 0000 0062 62
Verwendungszweck: (wichtig!) Weltladen Norderney

 

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